Südkorea verkürzt sein jährliches gemeinsames Militärmanöver mit den USA auf Wunsch Washingtons um sechs Tage. Das teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Seoul erklärte, "Zeitraum und Umfang" des Manövers Ulchi Freedom Shield 2026 seien aufgrund eines "Vorschlags der US-Seite" angepasst worden. Die Übung soll nun bereits am 21. August enden, statt wie ursprünglich geplant am 27. August.
Die Entscheidung folgt auf Donald Trumps Ankündigung, die Militärübungen mit Südkorea zurückzufahren. Zur Begründung verwies er auf sein "sehr gutes" Verhältnis zum nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un. Der südkoreanische Außenminister Cho Hyun sagte bei einer parlamentarischen Anhörung, weder südkoreanische noch US-amerikanische Regierungsvertreter hätten im Vorfeld von Trumps Plänen gewusst.
Auch der Teil des Manövers, bei dem gemeinsame Übungen im Feld stattfinden, soll teilweise verkleinert werden. Seoul erklärte, die konkreten Einzelheiten würden noch zwischen beiden Seiten beraten. Die beispiellose Verkürzung dürfte in Südkorea Zweifel an der Verlässlichkeit der US-Sicherheitsgarantie verstärken, hieß es in westlichen Medien. Das Verteidigungsbündnis mit Washington bildet seit Jahrzehnten das Fundament der sicherheitspolitischen Beziehungen beider Länder.
Die Entscheidung sendet zugleich ein Signal an andere US-Verbündete in der Region, darunter Japan und Taiwan. Die Ankündigung erfolgte, nachdem US-Regierungsvertreter dem Wall Street Journal mitgeteilt hatten, dass Trump seine Mitarbeiter auf ein Treffen mit Kim Jong-un dränge.
Am Wochenende schrieb Trump auf Truth Social: "Diese Übungen sind nicht nur kostspielig, wobei ein Großteil der Kosten wie üblich von den Vereinigten Staaten getragen wird, sondern senden auch ein völlig unangemessenes und feindseliges Signal."
Weiter schrieb er: "Obwohl es etwas damit zusammenhängt (?), habe ich den Präsidenten Südkoreas kürzlich gefragt, ob er sich uns bei der Denuklearisierung der Islamischen Republik Iran anschließen wolle. Seine Antwort war: ‚Nein, danke!‘"
Am Montag stellte Trump im Oval Office erneut ausdrücklich einen Zusammenhang zwischen seiner Entscheidung und der Weigerung Südkoreas her, die USA in Iran zu unterstützen. "Wir haben dort 39.000 Soldaten, die euch vor Kim Jong-un, eurem Nachbarn, schützen, und ihr wollt uns bei einer sehr einfachen Militäroperation in Iran nicht ein wenig helfen. Das ist seltsam", sagte Trump vor Journalisten.
Die Militärführungen der USA und Südkoreas hatten erst vergangene Woche angekündigt, das Manöver Ulchi Freedom Shield in ähnlichem Umfang wie in den Vorjahren abzuhalten. Rund 18.000 südkoreanische Soldaten sollten teilnehmen. Dabei verwiesen die Militärs auch auf die von Nordkorea zur Unterstützung Russlands in die Ukraine entsandten Soldaten. Nordkorea verurteilte die Übungen als "Vorbereitung auf einen Angriffskrieg".
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