Iran hat seine erst kurz zuvor angekündigte Entscheidung zur teilweisen Öffnung der Straße von Hormus wieder aufgehoben. Das teilte das Hauptquartier der iranischen Streitkräfte laut der Nachrichtenagentur Fars mit.
Die Kehrtwende erfolgt nur einen Tag nach der ursprünglichen Ankündigung, die internationale Schifffahrt durch die strategisch bedeutende Meerenge wieder zu erleichtern. Nun wurde dieser Schritt offiziell zurückgenommen.
Als Grund nennt die iranische Militärführung die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die Vereinigten Staaten. Diese Maßnahme habe die Lage in der Region weiter verschärft und die ursprünglich geplante Lockerung der Einschränkungen unmöglich gemacht, so die Darstellung aus Teheran.
Bislang ist kein einziger Öltanker durch die Straße von Hormus gefahren. In der für den globalen Energiehandel zentralen Meerenge zeichnet sich nach Einschätzung von Datenanbietern und Schifffahrtsexperten weiterhin keine rasche Rückkehr zum Normalbetrieb ab.
Seit der von Teheran angekündigten Freigabe sollen lediglich fünf Frachtschiffe sowie ein leeres Kreuzfahrtschiff die Passage genutzt haben. Tanker mit Rohöl an Bord wurden bislang nicht registriert.
Nach Einschätzung von Experten aus der Schifffahrtsbranche liegt die Zurückhaltung vieler Reedereien vor allem an widersprüchlichen und unklaren Informationen zur Sicherheitslage. Mehrere Schiffe hätten zwar versucht, die Meerenge zu passieren, seien jedoch wieder umgekehrt. Große Reedereien dürften den Seeweg erst dann wieder regelmäßig nutzen, wenn die Lage eindeutig geklärt und alle Beschränkungen vollständig aufgehoben seien.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, hat derweil die Vereinigten Staaten scharf kritisiert und mit Konsequenzen gedroht. Die sogenannte Seeblockade stelle einen Verstoß gegen die Waffenruhe dar und werde eine angemessene Reaktion Irans nach sich ziehen, sagte er der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge.
Auch der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte: Ob die Straße geöffnet oder geschlossen sei und welche Regeln gelten, werde vor Ort entschieden und nicht über soziale Medien. Äußerungen von US-Präsident Donald Trump wies er zurück und warf den USA vor, damit auch Verhandlungen zu erschweren.
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