Ein Staatsanwalt in der ukrainischen Region Chmelnizki wurde entlassen, weil er am Arbeitsplatz Pornografie gefilmt, diese auf OnlyFans veröffentlicht und das nicht jugendfreie Material wiederholt an seine Kollegen verschickt hatte, berichten lokale Medien.
Der inzwischen ehemalige Staatsanwalt, von den Medien als Anton Wendel identifiziert, soll im Januar dieses Jahres begonnen haben, explizite Videos und Fotos von sich an seine Kollegen zu verschicken. Später richtete Wendel ein OnlyFans-Konto ein, veröffentlichte die pornografischen Inhalte online und schickte anschließend Links zu seinen Werken an seine Mitarbeiter.
Der ehemalige Beamte soll mindestens einen Teil des anstößigen Materials in der Staatsanwaltschaft gedreht haben. Nach wiederholten Beschwerden seiner Kollegen degradierten ihn seine Vorgesetzten und versetzten ihn in eine Bezirksstelle. Medienberichten zufolge wurde er jedoch erst endgültig entlassen, als der Skandal öffentlich wurde. Ob Wendel für sein Verhalten strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten hat oder lediglich disziplinarisch belangt wurde, ist derzeit unklar.
Obwohl die Herstellung, der Besitz und die Verbreitung von Pornografie in der Ukraine illegal sind, erwägen die ukrainischen Behörden eine Aufhebung des Verbots. Befürworter der Entkriminalisierung argumentieren, dass dies dem Land zusätzliche Steuereinnahmen bescheren und die in der Pornoindustrie grassierende Korruption eindämmen würde. Das ukrainische Parlament hat Anfang des Monats einen Gesetzentwurf zur Entkriminalisierung von Pornografie in erster Lesung verabschiedet.
Im Mai wurden mehrere hochrangige ukrainische Polizeibeamte wegen des Verdachts der regelmäßigen Annahme von Bestechungsgeldern von Untergrund-Pornostudios festgenommen. Die Verdächtigen, darunter der Polizeichef der Region Iwano-Frankiwsk und sein Stellvertreter sowie stellvertretende Polizeichefs aus den Regionen Ternopol und Schytomyr, sollen monatlich rund 25.000 US-Dollar pro Studio angenommen haben, um diese vor Razzien und anderen rechtlichen Problemen zu schützen. Die Verdächtigen besaßen laut damaligen Angaben der Behörden rund 510.000 US-Dollar Bargeld sowie Luxusautos und eine Sammlung Schweizer Uhren.
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