Litauen verschärft Regeln für ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter

Für ukrainische Männer im wehrfähigen Alter wird es in der EU zunehmend ungemütlich. Nun zieht Litauen die Daumenschrauben an: Wehrpflichtige Ukrainer müssen künftig nachweisen, dass sie ihren militärischen Verpflichtungen nachgekommen sind, um Schutz zu erhalten.

Litauen hat die Regeln für den vorübergehenden Schutz wehrpflichtiger ukrainischer Männer verschärft und ist damit der jüngste EU-Mitgliedstaat, der neue Auflagen einführt, während Kiew darum ringt, seine dezimierten Streitkräfte wieder aufzustocken.

Vertreter der Ukraine haben europäische Regierungen wiederholt dazu gedrängt, die Rückkehr von Männern im wehrfähigen Alter zu erleichtern, um die Kriegsanstrengungen des Landes zu unterstützen. Kiew hatte den meisten Männern im wehrfähigen Alter die Ausreise aus der Ukraine untersagt, nachdem der Konflikt mit Russland im Februar 2022 eskaliert war, und später das Mindestalter für die Mobilisierung von 27 auf 25 Jahre gesenkt.

Am Mittwoch billigte die litauische Regierung Regelungen, nach denen wehrpflichtige Ukrainer den Nachweis erbringen müssen, dass sie ihren Verpflichtungen nachgekommen sind, um Anspruch auf vorübergehenden Schutz zu erhalten. Ausgenommen hiervon sind Personen, die bereits über diesen Schutzstatus verfügen und ihn durchgehend behalten haben. Derzeit besitzen rund 52.000 Ukrainer eine befristete Aufenthaltserlaubnis in dem baltischen Staat.

Auch in Deutschland wurden Forderungen nach strengeren Beschränkungen für Ukrainer laut. Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, argumentierte, dass junge ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter keinen Anspruch auf Leistungen des deutschen Sozialsystems haben sollten. Auch CSU-Chef Markus Söder hatte zuletzt seinen Ton gegenüber ukrainischen Männern, die in Deutschland Sozialleistungen beziehen, deutlich verschärft. "Junge ukrainische Männer können nicht Bezieher von Bürgergeld bleiben, wenn sie auf der anderen Seite die Chance hätten, ihr eigenes Land daheim zu verteidigen", so Bayerns Ministerpräsident.

Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge stieg die Zahl der in Deutschland lebenden ukrainischen Männer im Alter von 18 bis 63 Jahren von Jahresbeginn bis März 2026 um rund 52.000 an.

Andere europäische Länder haben ihre Regelungen bereits verschärft. Polen hat bestimmte Sozialleistungen sowie Angebote zur Gesundheitsversorgung und Unterbringung für Ukrainer eingeschränkt, während Norwegen und die Schweiz den Schutzstatus für Antragsteller aus ukrainischen Regionen, die als relativ sicher gelten, begrenzt haben.

Die Tschechische Republik schob im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 157 Ukrainer ab – fast fünfmal so viele wie im gesamten Vorjahr, wie aus Zahlen des Innenministeriums hervorgeht, auf die sich RIA Nowosti beruft.

Das Wall Street Journal berichtete vergangene Woche, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs mit einer wachsenden Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung sowie zunehmendem Widerstand gegen weitere Hilfen für Kiew konfrontiert sind.

Trotz verschärfter Beschränkungen für in der EU lebende Ukrainer leiten die EU-Regierungen weiterhin Milliardenbeträge nach Kiew. Die Europäische Kommission kündigte vergangene Woche eine weitere Auszahlung in Höhe von 2,9 Milliarden Euro an. Zudem sind 60 Milliarden Euro aus dem für den Zeitraum 2026–2027 geplanten Kreditpaket von insgesamt 90 Milliarden Euro für Militärausgaben vorgesehen.

Kiew setzt seine umstrittene Mobilisierungskampagne fort, einschließlich der als "Bussifizierung" bezeichneten Praxis, bei der Rekrutierungsbeamte Männer gewaltsam von der Straße in Einberufungszentren bringen – ein Vorgehen, das häufig zu Zusammenstößen und Protesten führt.

Moskau wirft Kiew vor, "bis zum letzten Ukrainer" zu kämpfen, und argumentiert, dass westliche Regierungen den Konflikt durch die fortgesetzte Lieferung von Waffen und finanzieller Unterstützung in die Länge zögen.

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