Einwohner der litauischen Ortschaft Panemunė zeigen sich empört über die von der Regierung des Landes angekündigte Truppenverlegung dorthin – an die Grenze zu Russlands Exklave Kaliningrad, wo auch ein Grenzübergang betrieben wird. Dies berichtet das Online-Nachrichtenportal des litauischen öffentlichen Auslandssenders LRT. Die Stationierung von etwa 100 Soldaten dort wurde am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026 angekündigt. LRT-Journalisten halten bei den Menschen in der Grenzortschaft deutliche Skepsis bezüglich dieser Maßnahme fest – und die Zuversicht, auch ohne die Truppendislozierung sei die Sicherheitslage dort aktuell gut. Einer der befragten Einheimischen äußerte sich wie folgt:
"Es ist ruhig und sicher. Wovon redet man überhaupt, wie kommt man überhaupt auf so etwas? Hier ist alles in Ordnung."
Ein anderer Bewohner äußerte sein Unbehagen angesichts des Auftauchens von Militärfahrzeugen:
"Vorbeifahrendes Kriegsgerät, das sieht man hier wohl – und ja, das ist beunruhigend. Es gibt hier keinerlei Anzeichen für eine Gefahr; ich habe hier nichts dergleichen wahrgenommen."
Auch ein dritter Gesprächspartner übte Kritik an der Regierung für diese Maßnahme.
"Vielleicht gerade noch, wenn es darum ginge, Schmuggler zu fassen – aber gegen einen etwaigen Angriff? Ich weiß nicht, was sich unsere Regierung dabei denkt."
Am Mittwoch hatte die litauische Regierung angekündigt, rund 100 Soldaten für zwei Wochen an die Grenze zur Region Kaliningrad zu entsenden. Begründet wird dies mit angeblicher Sorge vor einem Strom an Menschen aus der russischen Exklave, die aufgrund einer angeblich bevorstehenden militärischen Mobilmachung in Russland fliehen könnten, um dem Kriegsdienst an der Front des Ukraine-Krieges zu entgehen.
Während der Plenarsitzung der XXIII. Jahreskonferenz des internationalen Diskussionsclubs "Waldai" warnte Russlands Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin, dass Moskau im Falle eines Angriffs auf die Region alle verfügbaren Kräfte und Mittel einsetzen werde. Zugleich betonte er, dass Russland seinerseits niemandem drohe und nicht die Absicht habe, irgendjemanden anzugreifen – weder im Jahr 2029 noch 2030 oder 2050.
Putin fügte allerdings hinzu, dass Russland im Falle eines Angriffs auf sein Territorium gezwungen wäre, seine, wie er es mit gekonntem Understatement formulierte, "Wettbewerbsvorteile" zu nutzen – und diese bestehen durchaus in einigen einzigartigen Waffensystemen, die Russland im Arsenal hat.
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