Wegen häuslicher Gewalt: Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen Schauspieler Christian Ulmen

Zuerst hatte der "Spiegel" berichtet: Die Staatsanwaltschaft in Potsdam hat Ermittlungen gegen Christian Ulmen eingeleitet. Collien Fernandes hatte das Verfahren gegen ihren Ex-Mann ins Rollen gebracht. Im Kern geht es um häusliche Gewalt; der Vorwurf "digitaler Gewalt" werde noch geprüft.

Nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes ihren früheren Ehemann angezeigt hat, ermittelt nun die Potsdamer Staatsanwaltschaft, wie die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) und der Berliner Tagesspiegel berichten. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft hätte die Prüfung der von Fernandes gemachten Angaben den Anfangsverdacht begründet, wonach es zu Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt gekommen sei. Es soll sich um mehrere Vorfälle handeln, die sich in Spanien in den Jahren 2022 und 2023 ereignet haben sollen. Die Vorwürfe "digitaler Gewalt", die Fernandes ebenfalls erhoben hatte, würden weiterhin geprüft. Bislang hatte die Staatsanwaltschaft Itzehoe den Fall bearbeitet.

Der beschuldigte frühere Ehemann bestreitet die Anschuldigungen; für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Die beiden Schauspieler waren laut Welt seit 2011 ein Paar, hatten sich jedoch im vergangenen Jahr getrennt. Eine gemeinsame Tochter ist aus der Ehe hervorgegangen.

Wie das juristische Online-Portal LTO schreibt, mussten zunächst Zuständigkeitsfragen geklärt werden, da die Strafanzeige in Spanien gestellt wurde, wo das Paar 2022/23 auf Mallorca gelebt hatte. Weil Ulmen und Fernandes vor ihrer Zeit auf der spanischen Mittelmeerinsel längere Zeit in Potsdam gelebt hatten, hat nun die dortige Staatsanwaltschaft den Fall übernommen.

Was den Vorwurf der "digitalen Gewalt" angeht, müssen die Ermittler prüfen, ob "das Herstellen und/oder Verbreiten von KI-generierten pornographischen Inhalten mit dem Gesicht von Fernandes" (LTO) einen Anfangsverdacht gegen Ulmen begründet.

Vor rund zwei Monaten hatte der Spiegel die Vorwürfe von Fernandes gegen Ulmen publik gemacht. Diese Berichterstattung wurde von Ulmen beziehungsweise seinen Anwälten mehrfach beanstandet, jedoch vom Landgericht Hamburg "weit überwiegend" presserechtlich gebilligt.

Die Welt erinnert daran, dass die von Fernandes erhobenen Vorwürfe zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen geführt hatten. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) versprach, entsprechende Gesetzeslücken schließen zu wollen.

Laut PNN wohnte der 1975 in Neuwied geborene und in Hamburg aufgewachsene Ulmen seit 2006 in Potsdam. Das Marketing des Landes Brandenburg hatte zeitweise mit Ulmen – in einer Reihe mit anderen Prominenten – als "Brandenburger Kopf" geworben. Nachdem Ende März die Vorwürfe gegen den Schauspieler öffentlich geworden waren, sei sein Foto aus der Werbereihe der landeseigenen Agentur entfernt worden.

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