2.660 Entlassungen – Deutscher Autozulieferer schließt vier Standorte

Der bayerische Automobilzulieferer Schaeffler kündigt im Rahmen eines "Sparprogramms" Werksschließungen und massive Entlassungen an. Ziel sei es, über diese Maßnahme der andauernden Branchenkrise entgegenzutreten. Es bestehe weiterhin ein "klares Bekenntnis" zum Standort Deutschland.

Die Schaeffler AG wurde im Jahr 1946 in Herzogenaurach (Bayern) gegründet. Laut aktueller Pressemitteilung erfordere die andauernde Automobilkrise in Europa "weitere Gegenmaßnahmen" sowie strukturelle Anpassungen. Das Unternehmen werde daher notgedrungen insgesamt 3.460 Stellen in Europa streichen, davon "etwa 2.660" in Deutschland.

Im Juni dieses Jahres hatte das Traditionsunternehmen zuvor laut Handelsblatt-Artikel angekündigt, dass der Konzern seine "Mittelfristziele für 2028 zusammenstreichen" muss. Nach einem vorherigen Abschluss der zuvor erstmalig im November 2024 bekannt gegebenen "Strukturmaßnahmen" erfolgte im Oktober dieses Jahres die Umsetzung von "1.800 Altersteilzeitverträgen".

Der Vorstand ließ nun in der aktuellen Mitteilung erklären, dass die weitere Notwendigkeit bestehe, ein "Ergebnisverbesserungsprogramm zu starten". Dieses Programm wird demnach vordergründig die Schließung von vier Standorten in Deutschland einleiten.

Ausgehend von den Werkschließungen müssten damit 2.660 Arbeitsplätze gestrichen werden, wobei weitere rund 800 Stellenkürzungen auf weitere Standorte in Europa entfallen. Ziel sei nun die "sozialverträgliche Umsetzung im Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen", so weitere Details aus der Mitteilung vom 3. November.

Der Vorstand teilt dabei anvisierte Umsatzziele des Unternehmens mit. Dazu heißt es:

"Klares Bekenntnis zum Standort Deutschland, Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz im Fokus. Realisierung von rund 300 Millionen Euro an jährlichen Ergebnisverbesserungseffekten ab 2030, Einmalaufwand rund 480 Millionen Euro."

Der anerkannte Industriezulieferer reagiere mit dem massiven Stellenabbau auf das "anhaltend herausfordernde Marktumfeld im Automobilgeschäft". Dazu kämen die "überdurchschnittlich hohen Personalkosten" pro Kopf in Deutschland sowie "die hohe Komplexität der Organisation mit zu vielen ​Führungsebenen" und demnach zu geringen Führungsspannen, heißt es zur Begründung.

Rund 50 Prozent des Stellenabbaus betreffen demnach die Produktion, 30 Prozent den Bereich Forschung und Entwicklung und 20 Prozent weitere Funktionsbereiche. Vom Abbau wären insgesamt 16 Standorte in der Region Europa betroffen. Fünf Standorte, davon vier in Deutschland, sollen "perspektivisch geschlossen" werden.

Zusätzlich fordert die Unternehmensleitung einen Gehaltsverzicht von den Mitarbeitern, der jedoch noch ​mit der Gewerkschaft ausgehandelt werden müsste. Demnach würde sich auch der Vorstand an dieser Maßnahme beteiligen.

"Ohne den Solidaritätsbeitrag wäre der Stellenabbau ‌nochmals größer ausgefallen", so Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld.

Der Gehaltsverzicht sei "das wichtigste Element des Programms". Laut Brancheninformationen ging der Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres "auf 17,5 Milliarden Euro leicht zurück". Der Konzern war dabei mit "einem Nettogewinn von elf Millionen Euro nur knapp in den schwarzen Zahlen", so die WirtschaftsWoche berichtend. Vor einem Jahr hatte Schaeffler demnach "allerdings noch 244 Millionen Euro Verlust" gemeldet. 

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