Asien

Putin gegenüber Irans Präsident: Russland und Iran teilen strategische Ziele

Irans Präsident hält an diplomatischen Verhandlungen zu den USA fest. Während Teheran die US-Politik als einseitig kritisiert, soll die verstärkte Schifffahrt mit Russland im Kaspischen Meer dazu beitragen, die US-Marineblockade zu bewältigen.
Putin gegenüber Irans Präsident: Russland und Iran teilen strategische Ziele

Irans Präsident Massud Peseschkian hat Teherans Bereitschaft zu diplomatischen Verhandlungen bekräftigt und zugleich die einseitige Politik der USA entschieden zurückgewiesen. Gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erklärte er, Teheran werde trotz der anhaltenden US-Angriffe nicht von den Verhandlungen zurücktreten.

"Wir stehen im Dialog. Doch jedes Mal, wenn wir mit den USA verhandeln, starten sie neue Angriffe. Dennoch werden wir den Verhandlungstisch nicht verlassen", erklärte Irans Präsident Massud Peseschkian am Donnerstagabend bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Rande des Gipfels der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und des Kaspischen Umweltgipfels in Türkmenbaşy, Turkmenistan.

"Es wurden sowohl von unserer Seite als auch von den Amerikanern Vorschläge ausgetauscht, die wir anschließend überarbeitet haben. Sobald die Überarbeitungen abgeschlossen sind, wollen wir uns mit den zuständigen Vermittlern zusammensetzen, um die Angelegenheit abzustimmen und zum Abschluss zu bringen", so Peseschkian weiter.

Der iranische Präsident lobte Moskaus konsequente Ablehnung des Unilateralismus und fügte hinzu, dass auch Iran diesen Weg verfolge. Er dankte Russland für seine Positionen auf regionaler Ebene und bei den Vereinten Nationen sowie für seinen Beitrag dazu, der uneingeschränkten Durchsetzung unilateraler Politik entgegenzuwirken.

"Unser Ziel ist es, den Konflikt zu beenden und sicherzustellen, dass die Rechte der iranischen Nation im Rahmen des Völkerrechts geachtet werden. Wenn die USA jedoch darauf bestehen, ihren einseitigen Kurs fortzusetzen, wird dies nicht möglich sein", betonte Peseschkian.

Putin erklärte seinerseits, er freue sich sehr über das Treffen mit Peseschkian. Russland und Iran teilten zahlreiche strategische Programme und politische Ziele, deren Umfang stetig wachse. Er übermittelte Grüße und die besten Wünsche für Gesundheit und Erfolg an den Obersten Führer Irans, Ajatollah Seyyed Modschtaba Chamenei, und betonte die Notwendigkeit, regionale Konflikte auf diplomatischem Wege zu lösen.

"Die zentrale Frage in der Region ist die Lösung der gegenwärtigen Krise – einer Krise, deren Ausbruch nicht von der Islamischen Republik Iran verursacht wurde. Zahlreiche Länder bemühen sich inzwischen darum, diesen Krieg auf diplomatischem Wege zu beenden. Auch Iran hat neue eigene Vorschläge zur Beendigung des Konflikts vorgelegt", sagte Putin.

Er fügte hinzu, Russlands Haltung sei eindeutig. Moskau werde alle Anstrengungen unternehmen, um die Krise auf diplomatischem Wege beizulegen. Das Treffen fand statt, während Peseschkian erstmals als besonderer Gast am erweiterten Format des GUS-Gipfels teilnahm und zugleich den Kaspischen Umweltgipfel besuchte.

Beide Seiten erörterten die Fortschritte bei der bilateralen Zusammenarbeit und betonten, wie wichtig es sei, gemeinsame Projekte in den Bereichen Energie, Landwirtschaft, Verkehr und Handel zügig voranzutreiben – im Interesse beider Länder und der regionalen Stabilität.

Am Freitag kursierten Berichte, wonach Russland und Iran die Zahl der Frachtschiffe im Kaspischen Meer von 127 auf 211 erhöht haben sollen, um Teheran bei der Bewältigung der US-Marineblockade zu unterstützen. Demnach werden inzwischen mehr als 30 Prozent der Importe Irans über Häfen im nördlichen Teil des Kaspischen Meeres abgewickelt.

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