Nahost

Medien: Saudi-Arabien bereitet massive Offensive im Jemen vor

Nach Angaben regionaler und westlicher Vertreter bereitet Saudi-Arabien eine neue Militäroffensive gegen die von Iran unterstützten Huthi-Kräfte im Jemen vor. Zu strategischen Optionen gehöre laut Reuters-Informationen ein möglicher groß angelegter Angriff an mehreren Fronten in der Region.
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Die politische Führung in Riad plant laut Reuters-Agentur in den kommenden Wochen eine Großoffensive im Jemen, um Huthi-Einheiten aus den Gebieten an der Küste des Roten Meeres zu verdrängen, von denen aus aktuell die strategisch wichtige und von den Kräften besetzte Meerenge von Bab al-Mandab kontrolliert wird. An der Operation sollen demnach mehr als 100.000 Soldaten beteiligt werden.

Saudi-Arabien plant eine Großoffensive im vom Bürgerkrieg zerrütteten Jemen, auch in der Hoffnung, die Vorstöße der von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen zurückzudrängen, die im vergangenen Monat die strategisch wichtige Engstelle am Roten Meer, Bab al-Mandab, eingenommen hatten, berichtete die Reuters-Agentur am Freitag unter Berufung auf Vertreter der Golfstaaten, jemenitische Beamte und westliche Diplomaten.

Je nach Umfang der Offensive könnten laut Reuters-Artikel demnach "mehr als 100.000 jemenitische Regierungstruppen mobilisiert werden". Die Operation würde dabei militärisch von Saudi-Arabien geleitet und durch saudische Luftangriffe unterstützt. Es wird demnach seitens Riad nicht erwartet, dass die USA und andere westliche Länder, "die Saudi-Arabien mit Geheimdienstinformationen und materieller Unterstützung versorgen, an den Kampfhandlungen teilnehmen werden".

Laut Informationen des US-Portals Axios erfolgte am Donnerstag dieser Woche ein Telefonat zwischen dem saudischen Verteidigungsminister Prinz Khalid Bin Salman und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, in dem Bin Salman Washington über die geplante Operation informierte und zudem "erneut um US-Luftangriffe auf Ziele der Huthi bat", so ein ungenannter US-Beamter. Ein US-Beamter erklärte dazu gegenüber Axios, die USA würden "vorerst keine militärischen Maßnahmen ergreifen".

Laut Reuters erwägen die Saudis demnach zwei Optionen: einen Angriff, der auf die Rückeroberung des Küstengebiets rund um die Meerenge von Bab al-Mandab abzielt, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean verbindet, oder eine umfassendere Offensive mit koordinierten Angriffen an mehreren Fronten in den Regionen Al-Baida, Marib, Taizz und Al-Dschauf.

Saudi-Arabien agierte erstmals im Jahr 2015 militärisch im Jemen, um die damalige international anerkannte Regierung zu unterstützen, die die Huthi im Jahr zuvor aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben hatten. Nach einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand im Jahr 2022 ließen die Kämpfe deutlich nach.

Im vergangenen Monat entwickelten sich im Rahmen des US-provozierten Iran-Kriegs neue Kämpfe in dieser Region, wobei die Huthi-Verbände Riad unmittelbar vorwarfen, eine illegale Belagerung des Jemen zu unterstützen. Es folgte die seitens der Huthi militärisch erfolgreiche Einnahme und Besetzung des strategisch wichtigen Hafens von Mokka und der Insel Perim in der Meerenge von Bab al-Mandab.

Huthi-Verbände erklärten nun am gestrigen Freitag, dass saudische Streitkräfte demnach in den vergangenen 24 Stunden "94 Angriffe auf von ihnen kontrollierte Gebiete geflogen" hätten. Omar al-Bukhaiti, ein Sprecher der von den Huthi geführten Regierung in Sanaa, warf dem saudischen Königreich laut Al Jazeera direkt vor, "gezielt zivile Einrichtungen wie Schulen und Gesundheitseinrichtungen anzugreifen".

Die seitens Teheran unterstützte Gruppierung hatte zuvor Drohnen und Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert und dabei auch Energieanlagen gezielt ins Visier genommen, bestritt jedoch nach Vorwürfen aus Riad, ein Kraftwerk in Medina, einer der heiligsten Städte des Islam, angegriffen zu haben, und wies die saudische Behauptung als "Lüge" zurück.

Die jüngste Eskalation im Jemen findet vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts zwischen Washington und Teheran statt, wobei die Straße von Hormus für den Großteil der Schifffahrt weiterhin gesperrt ist und die Gespräche zwischen Washington und Teheran über eine zeitnahe Beendigung des Konflikts aktuell unterbrochen sind.

Mehrere Verbündete Saudi-Arabiens aus NATO-Staaten haben parallel zum Agieren Washingtons mittlerweile ihre militärische Unterstützung für das Königreich verstärkt. Großbritannien hat zugestimmt, saudische Kampfflugzeuge in der Luft zu betanken, während Frankreich Truppen, Radarsysteme und Luftabwehrsysteme entsendet, um den Öl-Knotenpunkt Yanbu am Roten Meer zu schützen.

Die politische Führung in Pakistan hatte zuvor bereits rund 40.000 Soldaten nach Saudi-Arabien entsandt, um bei der Verteidigung der Grenzen des Landes zu helfen "und Raketen sowie Drohnen abzufangen", berichtete Reuters unter Berufung auf einen pakistanischen Beamten.

Islamabad hatte dabei zudem "Luftabwehrsysteme, Artillerie, Drohnen und Ausrüstung zur Abwehr von Drohnen geliefert", während pakistanische Militärberater gemeinsam mit saudischem Personal die jemenitischen Streitkräfte unterstützen. Pakistan hat laut Reuters-Informationen jedoch noch nicht beschlossen, "eigene Truppen für Kampfeinsätze in den Jemen zu entsenden".

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