
Streit um Nazi-Ehrung durch die Ukraine: Selenskij sagt Reise nach Danzig ab

Zwischen Polen und der Ukraine eskaliert der Streit über das Verhältnis der Ukraine zur eigenen faschistischen Vergangenheit und den Umgang mit ukrainischen Nazi-Kollaborateuren. Der Streit wurde einerseits aufgrund der Bennenung einer ukrainischen Armee-Einheit nach der UPA, die mit Nazi-Deutschland kooperiert hatte, und andererseits durch die Umbettung und offizielle Würdigung des OUN-Führers Andrei Melnyk durch die Ukraine ausgelöst. Die Vorgänge führten zur Aberkennung des höchsten polnischen Ordens, der Selenkskij 2023 vom damaligen polnischen Präsidenten Duda verliehen worden war. Selenskij schickte den Orden per Post zurück, und sagte zudem die Teilnahme an der Wiederaufbau-Konferenz in Danzig ab. Ministerpräsidentin Julia Swiridenko teilte auf Telegram mit, dass sie statt Selenskij die ukrainische Delegation bei der gemeinsam mit Polen ausgerichteten Konferenz leiten werde.

Die UPA ermordete unter deutscher Besatzung zehntausende Polen im heutigen Westen der Ukraine, weshalb die Ehrung in Warschau große Empörung hervorrief. Die UPA verübte ab 1943 Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung in Wolhynien und Ostgalizien, bei denen zehntausende Polen ermordet wurden. Die Ukraine lehnt es nicht nur ab, das Massaker als Genozid einzustufen, sondern würdigt die Verantworlichen als Nationalhelden. Selenskij brüskiert in zunehmendem Maß auch Länder, von denen die Ukraine Unterstützung erhält. Bisher führte das jedoch zu keiner nennenswerten Gegenreaktion.
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