Europa

Frankreichs Schulen brennen – aus Schülerblockaden wird eine landesweite Protestwelle, Teil 2

Wie in Deutschland kommt nun auch in Frankreich die Rechnung. Milliarden flossen an das korrupte Selenskij-Regime, während im eigenen Land Schulen verfallen und jungen Menschen Ausbildungsplätze und Perspektiven fehlen. Die Politik hat Milliarden geplündert. Die Jugend bekommt die Rechnung.

Was mit Blockaden wegen fehlender Lehrer und maroder Schulgebäude begann, ist in Frankreich innerhalb weniger Tage eskaliert. Hunderte Lycées sind betroffen, Tausende Menschen wurden festgenommen, Polizisten, Lehrer und Schüler verletzt. In mehreren Städten brannten Mülltonnen, Fahrzeuge und Schuleingänge. Nun streiten Regierung und Opposition darüber, wer die Proteste politisch antreibt.

Am Freitag lag Rauch über den Zufahrten zu französischen Lycées. In Pantin nördlich von Paris brannten Mülltonnen, Jugendliche warfen Feuerwerkskörper auf die Polizei. In Marseille wurde ein Feuerwehrfahrzeug angezündet, in Nantes kam es zu einem Brand an einer Schule. Auch aus Paris, Toulouse, Lille, Rennes und anderen Städten wurden Zusammenstöße und Sachbeschädigungen gemeldet.

Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Eskalation. Innenminister Laurent Nuñez sprach am Freitag von 1.747 Festnahmen an diesem Tag. Seit Montag seien es mehr als 5.000. Rund 85 Prozent der Festgenommenen seien Minderjährige gewesen. Am Donnerstag hatte die Polizei bereits 1.949 Festnahmen und 305 verletzte Polizisten und Gendarmen gemeldet.

Nach Angaben des Bildungsministeriums waren am Freitag 735 Schulen von Aktionen oder Störungen betroffen. Rund 400 Einrichtungen blieben geschlossen. An 158 Schulen registrierten die Behörden Gewalttaten. Seit Beginn der Proteste wurden nach Angaben des Bildungsministeriums 65 Beschäftigte des Bildungswesens verletzt, darunter rund 40 Schulleiter. Auch Schüler wurden verletzt. Mehr als hundert Schulen sollen schwer beschädigt worden sein.

Dabei begann die Bewegung mit deutlich weniger spektakulären Forderungen.

Zu wenig Lehrer, überfüllte Klassen

Ausgangspunkt waren Beschwerden über fehlende Lehrer und Schwierigkeiten bei der Vertretung ausgefallener Lehrer. Besonders in den Abschlussklassen können ausgefallene Unterrichtsstunden zum Problem werden. Schüler beklagen zudem überfüllte Klassen, schlechte Ausstattung und Gebäude, die dringend saniert werden müssten.

In manchen Schulen fehlen Stühle, Klassenräume lassen sich im Sommer kaum lüften oder die Mittagspausen sind kaum lang genug, um in den überfüllten Kantinen zu essen. Dazu kommt der Druck des französischen Hochschulzulassungssystems Parcoursup.

Die Bewegung entstand zunächst in der Pariser Region und breitete sich anschließend auf zahlreiche Städte aus. Aus einzelnen Blockaden wurde innerhalb weniger Tage eine landesweite Mobilisierung. Studentische Gruppen schlossen sich an und blockierten ebenfalls Universitätsstandorte.

Die Schülerorganisationen halten an ihren Forderungen fest. Gleichzeitig distanzieren sich ihre Vertreter von den zunehmenden Gewalttaten.

Als aus Blockaden Krawalle wurden

Mit der Ausweitung der Proteste tauchten zunehmend Vermummte auf. In mehreren Städten wurden Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen beworfen.

In Marseille wurde ein Feuerwehrfahrzeug angegriffen und angezündet. In La Ciotat wurde ein Lehrer nach Angaben französischer Medien mit Benzin bespritzt und anschließend angegriffen. In Belfort wurde ein Polizist am Boden attackiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines besonders schweren Angriffs.

Auch in Paris wurden Polizisten angegriffen. In Nantes und anderen Städten kam es zu Bränden an Schulen.

Die Behörden unterscheiden inzwischen deutlich zwischen den ursprünglichen Schulblockaden und den Gewalttaten, die sich aus Teilen der Bewegung entwickelt haben. Bildungsminister Édouard Geffray sagte, die Proteste hätten nicht mit einer großen Zahl gewalttätiger Schüler begonnen. Später seien jedoch Personen von außerhalb der Schulen hinzugekommen.

Regierung nimmt Linkspartei ins Visier

Die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu sieht eine politische Dimension. Justizminister Gérald Darmanin warf der Linkspartei La France insoumise (LFI) vor, die Proteste politisch zu instrumentalisieren. Auch andere Regierungs- und Oppositionspolitiker richteten schwere Vorwürfe gegen die Partei von Jean-Luc Mélenchon.

Die Regierung beruft sich dabei auch auf Erkenntnisse der Nachrichtendienste. Demnach sollen LFI und mit ihr verbundene linksradikale Gruppen versucht haben, die Protestbewegung zu organisieren oder für politische Zwecke zu nutzen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass damit eine zentrale Steuerung der Ausschreitungen bewiesen wäre. Die öffentlich bekannten Informationen belegen politische Unterstützung für die Proteste und Kontakte zu Teilen der Bewegung. Einen Nachweis, dass LFI die landesweiten Gewalttaten zentral organisiert hat, hat die Regierung bislang nicht vorgelegt.

Auch Mélenchon weist den Vorwurf zurück. LFI-Abgeordnete betonen, dass sie friedliche Demonstrationen unterstützen. Gleichzeitig hat die Partei die Schülerblockaden politisch unterstützt und zur Fortsetzung der Mobilisierung aufgerufen.

Damit laufen zwei unterschiedliche Dinge nebeneinander: eine ursprünglich aus konkreten Problemen des französischen Bildungssystems entstandene Schülerbewegung und eine wachsende Zahl gewalttätiger Aktionen, an denen teilweise Personen von außerhalb der Schulen beteiligt gewesen sein sollen.

Regierung bietet Dialog an

Die Regierung versucht inzwischen, die Bewegung politisch einzufangen. Bildungsminister Geffray traf am Freitag Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter.

Er versprach Maßnahmen, um die Vertretung ausgefallener Lehrer zu beschleunigen, insbesondere in Prüfungsklassen. Auch der Zustand der Schulgebäude und die Organisation der Stundenpläne sollen Themen weiterer Gespräche werden.

Die Schülerorganisationen reagierten skeptisch. Die Union syndicale lycéenne kündigte bereits die Fortsetzung der Mobilisierung an.

Damit dürfte die Auseinandersetzung in den kommenden Tagen über die eigentlichen Schulfragen hinausgehen. Französische Gewerkschaften haben sich ebenfalls hinter Forderungen nach höheren Ausgaben für den öffentlichen Dienst gestellt. Bereits Ende September waren Zehntausende Menschen bei einem landesweiten Aktionstag auf die Straße gegangen.

Der Haushalt als zusätzlicher Zündstoff

Die Proteste treffen die Regierung zu einem schwierigen Zeitpunkt. Der Haushaltsentwurf für 2027 sorgt wegen geplanter Einsparungen und begrenzter Ausgabenerhöhungen für zusätzlichen Unmut.

Für die Schüler ist das ein Widerspruch: Die Regierung spricht über bessere Schulen, während gleichzeitig der finanzielle Spielraum begrenzt bleibt.

Frankreich kennt Schülerproteste. Auch in früheren Jahren wurden Schulen blockiert, etwa bei Protesten gegen Bildungsreformen. Neu ist diesmal vor allem die Geschwindigkeit, mit der sich die Bewegung ausbreitete und teilweise in Gewalt umschlug.

Innerhalb weniger Tage wurde aus einem Streit über fehlende Lehrer eine nationale politische Krise. Hunderte Schulen bleiben geschlossen, Tausende Menschen wurden festgenommen und die Regierung steht unter Druck, gleichzeitig zu verhandeln und gegen die Ausschreitungen vorzugehen.

Ob die Bewegung wieder zu ihren ursprünglichen Forderungen zurückkehrt oder sich zu einem größeren sozialen Protest entwickelt, hängt nun auch davon ab, ob sich die Schülerorganisationen gegen die gewalttätigen Gruppen durchsetzen können. Die nächsten angekündigten Mobilisierungen dürften darüber Aufschluss geben.

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