
"Muss das deutschen Steuerzahlern erklären": Wadephul fordert mehr Rüstungsaufträge von Kiew

Johann Wadephul fordert von der Ukraine mehr Bestellungen bei deutschen Rüstungsunternehmen. "Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir nicht ganz zufrieden mit dem, was es an (…) Bestellungen in Deutschland gibt", sagte der Außenminister im Podcast des Bild-Reporters Paul Ronzheimer.
"Und deswegen haben wir jetzt die ukrainische Regierung gebeten, das zu überprüfen und dafür zu sorgen, dass es besser wird", so der CDU-Politiker. Da Berlin insgesamt mittlerweile stärkster Unterstützer der Ukraine sei, müsse es "naturgemäß so sein, dass die deutsche Verteidigungsindustrie davon profitiert", fuhr Wadephul fort.

Bei seinem letzten Besuch in Kiew habe er das auch dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij gesagt: "Wir stehen zu euch, wir unterstützen euch, aber ich muss den deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern das auch erklären. Und das Mindeste ist, dass ihr bei allen Beschaffungsmaßnahmen auch die deutsche Verteidigungsindustrie beteiligt."
"Wir müssen auch etwas davon haben", und das beginne jetzt, fügte Wadephul hinzu. "Wir haben interessante Start-ups, zum Beispiel im Drohnenbereich. Wir lernen ja auch als Deutsche sehr von der Kriegsführung dort." Das sei auch gut für Deutschland, weil es das Land sicherer mache. "Aber ich glaube, es ist auch ganz legitim, dass wir unsere Interessen formulieren und sagen, wir müssen auch etwas davon haben."
In dem Gespräch mit Ronzheimer wies Wadephul auch die Aussage des russischen Außenministers Sergei Lawrow zurück, der die Anschuldigungen und Maßnahmen der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Leipziger Drohnenvorfall als "Beginn eines echten Krieges" bezeichnete. Deutschland habe keine andere Wahl gehabt, als auf den Vorfall zu reagieren, behauptete Wadephul, der die Schließung des letzten russischen Konsulats in Deutschland und des Russischen Hauses in Berlin angeordnet hatte. "Wir mussten reagieren. Das weiß er; das ist jedem klar", sagte der Minister.
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