
Eigenes Satellitennetz: Ukrainisches Start-up bringt ersten Testsatelliten in die Umlaufbahn

Das ukrainische Start-up HIMERA hat gemeinsam mit dem dänischen Raumfahrtunternehmen GomSpace den ersten Testsatelliten Obria Nano für das künftige Kommunikationssystem der Ukraine in die Umlaufbahn gebracht. Auf der offiziellen Webseite von HIMERA heißt es, dass Obria Nano den ersten historischen Schritt auf dem Weg zum Aufbau widerstandsfähiger und souveräner Satellitenkommunikationskapazitäten für die Ukraine markiert.

Wie es in der Mitteilung heißt, fand der Start am 1. Oktober im Rahmen der SpaceX-Mission Transporter-18 statt. Der Satellit soll für technische Tests genutzt werden, deren Ergebnisse später bei der Entwicklung des operativen Systems berücksichtigt werden.
In der Mitteilung von HIMERA heißt es, dass die Abhängigkeit von Technologien anderer Länder, auch von Partnerländern, strategische Risiken berge, insbesondere in Kriegszeiten. Der Aufbau eigener Kapazitäten werde der Ukraine helfen, ihre Kommunikationskanäle zu diversifizieren und ihre strategische Sicherheit zu stärken. Obria Nano wird von einem ukrainischen Betreiber kontrolliert und soll dem Bedarf der Ukraine im Bereich der strategischen Sicherheit dienen. Der Mitgründer und Geschäftsführer von HIMERA, Mischa Rudominski, erklärt:
"Für uns geht es bei diesem Projekt um mehr als den Start eines Satelliten. Es ist eine Gelegenheit, den Grundstein für ein unabhängiges Kommunikationsnetz der Ukraine zu legen. Wir beginnen mit dem Testen von Technologien im Orbit, unser langfristiges Ziel ist jedoch, Fähigkeiten zu entwickeln, die die strategische Sicherheit des Landes stärken und die Abhängigkeit von externen Kommunikationsanbietern verringern."
Ein wichtiger nächster Schritt ist laut der Mitteilung die Lokalisierung der Produktion von Satelliten- und Bodenkommunikationsterminals in der Ukraine. Das werde dazu beitragen, im Land Fachwissen im Bereich der Satellitenkommunikation aufzubauen und die ukrainischen Fertigungskapazitäten schrittweise auszuweiten. Langfristig sehe man im Rahmen des Projekts den Aufbau eines Satellitennetzes vor, das die Kommunikation im gesamten Gebiet der Ukraine abdecken und die Möglichkeiten europäischer Satellitennetze ergänzen solle.
Der Start erfolgte vor dem Hintergrund eines Konflikts zwischen Kiew und dem SpaceX-Gründer Elon Musk um die Nutzung des Kommunikationssystems Starlink sowie von Starshield. Die ukrainischen Streitkräfte nutzen die Satellitenkommunikation von SpaceX seit Beginn des militärischen Konflikts aktiv, im vergangenen Monat meldete Kiew jedoch wiederholt Störungen des Betriebs.
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