
Wen will Trump 2028 im Weißen Haus sehen – Vance oder Rubio?

US-Präsident Donald Trump hat privat angedeutet, dass er Vizepräsident JD Vance als seinen Nachfolger im Weißen Haus wünscht, berichtete die Washington Post am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Bei einem geschlossenen Treffen mit republikanischen Spendern im Oval Office vor etwa zwei Wochen soll Trump gesagt haben:
"Am Ende des Tages müssen wir JD wählen."

Die Bemerkung steht im Gegensatz zu Trumps öffentlicher Weigerung, einen Nachfolger für 2028 zu unterstützen. Er hat sowohl Vance als auch Außenminister Marco Rubio gelobt und angedeutet, dass sie sogar auf demselben Ticket kandidieren könnten.
Die Zeitung berichtete, dass der US-Präsident trotz der scheinbaren Unterstützungserklärung nach dem Spendertreffen weiterhin Mitarbeiter fragte, welcher der beiden der stärkere Präsidentschaftskandidat wäre. Mehrere Berater warnten zudem, dass Trump häufig unterschiedlichen Personen unterschiedliche Dinge sage und seine Meinung noch ändern könnte.
Trump hat den WaPo-Bericht seither zurückgewiesen und einem Journalisten am Donnerstag gesagt, es sei "viel zu früh, überhaupt darüber nachzudenken", jemanden offiziell zu unterstützen, berichtete die New York Post.
Mitarbeiter Trumps sind sich weitgehend einig, dass der US-Präsident eine formelle Unterstützung eines Nachfolgers hinauszögern wird, um nicht als "lame duck" zu erscheinen, schrieb die WaPo. Ein offizielles Endorsement werde erst nach den Zwischenwahlen 2026 im November erwartet.
Nach dem 22. Zusatzartikel zur US-Verfassung ist ein US-Präsident auf zwei gewählte Amtszeiten beschränkt – ob aufeinanderfolgend oder nicht. Trump, der im vergangenen Jahr nach seiner Amtszeit von 2017 bis 2021 ins Amt zurückgekehrt ist, ist daher verfassungsrechtlich daran gehindert, 2028 eine weitere Amtszeit anzustreben, auch wenn er gelegentlich bei Kundgebungen und in den sozialen Medien darüber scherzt.
Keiner der möglichen Anwärter hat bisher Pläne für eine Kandidatur angekündigt. Vance hat wiederholt erklärt, er konzentriere sich weiterhin auf seine Rolle als US-Vizepräsident und werde erst nach den Zwischenwahlen entscheiden, ob er für die Präsidentschaft kandidiert. Rubio hat derweil seine Medienauftritte reduziert, um Spekulationen über seine Ambitionen für 2028 nicht weiter anzuheizen, so die WaPo.
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